Schutzmaske

Wie „nicht lebensnotwendige“ Einzelhändler das Coronavirus bekämpfen

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Der Einzelhandel befindet sich inmitten einer neuen Krise. Schuld daran ist diesmal nicht die Digitalisierung, sondern COVID-19. Da „nicht systemrelevante“ Einzelhändler in Europa und Nordamerika gezwungen sind, ihre Filialen zu schließen, fürchten viele um ihre Existenz – insbesondere diejenigen, die bereits vor der Krise zu kämpfen hatten. Natürlich erzielen viele Einzelhändler immer noch Online Umsätze, aber das reicht bei weitem nicht aus, um die Einnahmeverluste aus dem stationären Handel zu begleichen. Laut Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), werden im Bereich Nonfood täglich 1,15 Mrd. Euro Umsatz wegbrechen. Das beängstigendste daran: Niemand weiß, wann sich das Leben wieder normalisieren wird oder wie das neue „Normal“ aussehen wird.

Inmitten all der Panik, Angst und Unsicherheit möchten wir ein paar positive Nachrichten mitteilen. Hier sind vier Beispiele von Einzelhändlern und Marken, die ihr Geschäft vorübergehend umgestellt haben, um einen Beitrag im Kamp gegen die Corona-Krise zu leisten:

1. LVMH produziert Handdesinfektionsmittel

LVMH, der französische Luxuskonzern, hat seine Kosmetik- und Parfümherstellungsanlagen auf die Herstellung von Desinfektionsmitteln umgestellt. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, die Handdesinfektionsmittel den französischen Gesundheitsbehörden und Krankenhäusern kostenlos zur Verfügung zu stellen. Dies erfolgt zu einer Zeit, in der Länder auf der ganzen Welt unter einem Mangel an alkoholischen Desinfektionsmitteln leiden, da diese von den globalen Gesundheitsbehörden als Mittel gegen die Ausbreitung des Corona Virus empfohlen wurden.

Das Versprechen wurde am 14. März vom LVMH-Vorstandsvorsitzenden Bernard Arnault gegeben. Am Montag, dem 16. März, hatten die Produktionsstätten, die normalerweise Parfüms und Kosmetika für Christian Dior, Guerlain und Givenchy herstellen, bereits mit der Herstellung, Abfüllung und Lieferung des Desinfektionsmittels begonnen. Wie war LVMH in der Lage, die Produktion so schnell umzustellen? Die drei Hauptbestandteile, die für das Desinfektionsmittel benötigt werden – gereinigtes Wasser, Ethanol und Glyzerin – waren bereits auf Lager, und die Abfüllmaschinen, Plastikflaschen und Pumpspender, die normalerweise für die Flüssigseifen von LVMH verwendet werden, eignen sich ebenfalls für das Desinfektionsmittel.

So produziert ein Unternehmen, das in normalen Zeiten flüssige Handseife für $60 verkauft, jetzt kostenloses Handdesinfektionsmittel!

2. Inditex erwägt die Herstellung von Kitteln

Am 18. März kündigte Inditex – der Eigentümer von Zara – an, dass es Masken an Coronavirus-Patienten und Gesundheitsbeamte in Spanien spenden werde. Das Unternehmen hat bereits 10.000 schützende Gesichtsmasken gespendet und versprach, weitere 300.000 chirurgische Masken zu spenden. Aber zusätzlich zu den Spenden erwägt das Unternehmen die Möglichkeit, seine Textilfabriken umzubauen, um dringend benötigte Krankenhauskittel herzustellen. Die spanischen Ärzte werden vielleicht bald die modischsten Ärzte sein, die wir je gesehen haben!

3. Mey näht Schutzmasken

Der deutsche Wäsche-Spezialist Mey hat mit der Produktion von Schutzmasken begonnen. Da die Nachfrage nach Unterwäsche zurückgegangen ist und die Nachfrage nach Schutzmasken plötzlich exponentiell angestiegen ist, hat der Einzelhändler erkannt, dass er seine Mitarbeiter besser einsetzen kann. Natürlich ist es nicht ganz so einfach, wie es sich anhört – das Nähen von BHs und Höschen ist anders als das Nähen einer Schutzmaske: Das Material ist anders, der Prozess ist anders, die notwendigen Maschinen sind anders. Trotzdem ist es Mey gelungen, schnell eine wiederverwendbare Schutzmaske zu entwerfen und die Näherinnen entsprechend zu schulen.

Zu beachten ist, dass Mey’s Masken nicht die Zertifizierungsstandards erfüllen, um COVID-19-Patienten direkt zu behandeln. Aber in Zeiten, in denen Mundschutzmasken plötzlich knapp geworden sind, sind die von Mey gefertigten Masken sehr wertvoll für Patienten und Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die keine Coronavirus-Patienten behandeln – so werden Masken für die Ärzte und Krankenschwestern an der vordersten Front des Ausbruchs frei. Derzeit produziert Mey bereits 6.000 Masken pro Tag, und die Produktion soll noch gesteigert werden. Die Masken werden an Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeheime geliefert.

4. Decathlon baut Unterwassermasken in Ventilatoren um

Das vielleicht skurrilste Beispiel von allen: Decathlon, der französische Sportartikelhändler, gestaltet seine Unterwassermasken als Notfallbeatmungsmasken um. Beatmungsgeräte sind kritisch für die Behandlung von Coronavirus-Patienten, und derzeit absolute Mangelware. Die von Decathlon umgerüsteten Masken sind für Krankenhäuser in Italien bestimmt – einem der Länder, das von der anhaltenden Pandemie am stärksten betroffen ist. Forscher des „Institute of Studies for the Integration of Systems“ (Isinnova) in Rom entwarfen eine neue Verbindung zwischen dem Beatmungsgerät und der Decathlon-Tauchmaske Easybreath. Dieses Ventil kann in 3D gedruckt werden, und ein Prototyp wurde bereits im Krankenhaus getestet.

Um es klar zu stellen: Dies ist keine ideale Lösung. Die umgestaltete Maske wurde weder ausreichend getestet noch ist sie zertifiziert, und deshalb wird die Maske auch nicht in die Serienproduktion gehen. Aber in absoluten Notfällen – wie sie in Italien aktuell vorkommen – können solche Innovationen den entscheidenden Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.

 

Innerhalb weniger Wochen hat das Coronavirus das Leben, wie wir es kennen, auf den Kopf gestellt. Diese Situation wird zwar nicht ewig anhalten, aber sie wird länger anhalten, als die meisten von uns wollen. Lassen Sie uns nicht in Panik geraten, lassen Sie uns das Problem zusammen angehen. Jetzt ist es an der Zeit, schnell umzudenken, kreativ zu werden und agil zu handeln.

Wir applaudieren allen Einzelhändlern, die sich engagieren und ihre Fähigkeiten und Ressourcen einsetzen, um die Krise auf jede erdenkliche Art und Weise zu bekämpfen.

Für alle anderen Einzelhändler da draußen: Wir wissen, dass Sie im Moment leiden. Wenn Sie bereit sind, wieder an die Zukunft zu denken, ist aifora da, um Ihnen zu helfen. Unsere Predictive Analytics Lösungen befähigen Einzelhändlern dazu, die Kundennachfrage genau zu prognostizieren und entsprechend zu handeln. Denn wenn Sie wieder Ihre Läden öffnen dürfen, wird es entscheidender denn je sein, Fehler zu vermeiden und schnell wieder Einnahmen zu erzielen.

Lassen Sie uns alle an einem Strang ziehen und uns in diesen unsicheren Zeiten gegenseitig helfen!

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