Wie Modehändler mit Nachfrageprognosen verstärkt auf Nachhaltigkeit setzen können

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Bevor COVID-19 die Schlagzeilen dominierte, war eines der prominentesten Themen in den Nachrichten Greta Thunberg und ihr globaler Kampf gegen den Klimawandel. Während die Auswirkungen der Pandemie auf das menschliche Leben und die Weltwirtschaft verheerend sind, ist das Coronavirus in vielerlei Hinsicht ein Segen für die Natur: gestrichene Flüge aufgrund der Reiseverbote, weniger Pendelverkehr mit dem Auto durch verstärkte Arbeit im Home-Office, sowie heruntergefahrene Industrieanlagen und Produktionsstätte haben zu einer erheblichen Verringerung der CO2-Emissionen geführt. Aber diese Situation wird nicht ewig andauern, und während sich unser Leben langsam wieder normalisiert und die Wirtschaft nach und nach hochfährt, dürfen wir nicht vergessen, dass Nachhaltigkeit ganz oben auf der Agenda stehen sollte.

Dabei hat besonders die Modeindustrie einen schlechten Ruf und wird von vielen als „Klimakiller“ gesehen. Die Modebranchenexpertin Eileen Fisher – eine amerikanische Designerin und Gründerin der gleichnamigen Damenbekleidungsmarke – ging sogar so weit zu behaupten, dass „die Bekleidungsindustrie der zweitgrößte Umweltverschmutzer der Welt ist … nach der Ölindustrie“. Ob diese Behauptung völlig berechtigt ist, bleibt umstritten, aber mit seinen ressourcenintensiven Produktionsprozessen und ausgedehnten globalen Lieferketten trägt der Modeeinzelhandel mit Sicherheit erheblich zu den CO2-Emissionen bei.

Modehändler müssen das Problem jetzt angehen

 

Man sagt, Einsicht ist der beste Weg zur Besserung. Es scheint, dass Modeeinzelhändler diesen Schritt bereits getan haben. Laut dem Bericht „The State of Fashion 2020“, der in Zusammenarbeit von McKinsey und Business of Fashion verfasst wurde, zeigt eine Umfrage unter Modehändlern, dass im Jahr 2020 eine der größten Herausforderungen die Nachhaltigkeit ist (zugegeben, das war vor der COVID-19-Krise). Dies ist zu einem großen Teil auf die sich ändernde Verbraucherpräferenzen zurückzuführen. Wie McKinsey es ausdrückt:

„Die globale Modeindustrie ist extrem energieintensiv, umweltschädlich und verschwenderisch. Trotz einiger bescheidener Fortschritte hat die Mode ihre ökologische Verantwortung noch nicht ernst genug genommen. Die Akteure der Modebranche müssen Plattitüden und Werbelärm gegen sinnvolle Maßnahmen und die Einhaltung von Vorschriften eintauschen und sich gleichzeitig der Nachfrage der Verbraucher nach einem Wandel stellen“.

Natürlich ist in den letzten Jahren nicht nur die Anzahl „nachhaltiger“ Modemarken immense gestiegen, sondern auch die Angebote großer Einzelhandelsketten, die mittlerweile nachhaltige Modelinien anbieten – man denke nur an H&M’s Conscious -, aber da nachhaltige Modemarken nur einen marginalen Prozentsatz des gesamten Modekonsums ausmachen und nur eine Minderheit der Verbraucher bereit ist, höhere Preise für nachhaltige Produkte zu zahlen (31% der Gen-Z und 12% der Babyboomer), stellt sich die Frage, wie die großen Einzelhandelsketten die Nachhaltigkeit über alle ihre Produktlinien hinweg wirksam verbessern können.

Wenn die Modeindustrie über Nachhaltigkeit spricht, wird oft ausführlich über die verwendeten Rohstoffe, den ressourcenintensiven Produktionsprozess und die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten diskutiert. Aber es gibt noch ein anderes wichtiges Thema, auf das wir uns konzentrieren möchten: die riesigen Abfallmengen, die durch Überproduktion entstehen.

Was passiert mit Bekleidung, die zwar produziert, aber nicht verkauft werden kann? Im Jahr 2017 verbrannte die britische Luxusmarke Burberry Waren im Wert von fast 37 Millionen Dollar. Auch der Fast-Fashion-Riese H&M verbrannte Berichten zufolge zwischen 2013 und 2017 jährlich 12 Tonnen nagelneue, unverkaufte Kleidung. Unverkaufte Kleidung, die nicht verbrannt wird, landet oft auf Mülldeponien, wo sie Jahrzehnte braucht, um sich zu zersetzen.

Intelligente Nachfrageprognosen zur Rettung

Seitdem H&M in den Schlagezeilen stand aufgrund der Verbrennung von unverkauften Waren, hat der Fashion Händler einen weiten Weg durchlaufen. Auf der Big Show der National Retail Federation in New York City im Januar 2020 trat Arti Zeighami, Head of Advanced Analytics und AI bei H&M, auf die Bühne, um offen das Thema Nachhaltigkeit in der Modebranche zu diskutieren.

Sie fragen sich vielleicht, warum jemand mit der Berufsbezeichnung „Head of Advanced Analytics and AI“ eingeladen wurde, um über Nachhaltigkeit zu sprechen. Doch laut Zeighami liegt der Schlüssel zu nachhaltigeren Lieferketten – in der Modebranche und anderswo – in künstlicher Intelligenz und neuen Technologien. Einfach ausgedrückt geht es darum, „Nachfrage und Angebot in Einklang zu bringen“. Um dies zu tun, sind genaue Nachfrageprognosen erforderlich.

Die Nachfrageprognose beschreibt den Prozess indem zukünftige Verkäufe anhand von historischen Verkaufsdaten vorhergesagt werden. Algorithmen des maschinellen Lernens verwenden Nachfrageprognosen, um fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen. Wie wir weiter unten beschreiben werden, können Nachfrageprognosen und KI-Technologien die Nachhaltigkeit entlang der gesamten Lieferkette erhöhen.

1. Produktion: Indem sie nur das produzieren, was auch der Kunde nachfragt, reduzieren Einzelhändler die Menge der Rohstoffe und Ressourcen, die in die Produktion gehen. Dies kann enorme Auswirkungen haben, da die Modeindustrie 20% der weltweiten Wasserverschwendung verursacht – ein Ergebnis des Herstellungs- und Anbauprozesses. Ganz zu schweigen von den giftigen Chemikalien, die während des Produktionsprozesses freigesetzt werden.

2. Distribution: Sobald die Ware produziert ist – was typischerweise in Entwicklungsländern stattfindet – muss sie an Geschäfte und Lager auf der ganzen Welt verteilt werden. Die Herausforderung besteht darin, die Ware genau dann und dort anzubieten, wo und wann die Verbraucher sie nachfragen, d.h. das richtige Produkt zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben. Präzise Nachfrageprognosen und KI-basierte Lösungen können eine effiziente Warenverteilung ermöglichen und sicherstellen, dass die effizientesten Transportwege zwischen Fabriken, Lagern und Geschäften gewählt werden, um dadurch CO2-Emissionen einzusparen. Darüber hinaus kann die genaue Vorhersage der Kundennachfrage unnötige Umlagerungen zwischen den Geschäften minimieren. Da die Modeindustrie 10% der weltweiten Treibhausgase ausstößt, hätte auch dies einen enormen Einfluss auf die Klimabilanz der Branche.

3. Verkauf: Sobald die Ware auf die Verkaufsfläche kommt, muss sie genau überwacht werden. Reißen sich die Kunden förmlich die Ware aus den Händen? Oder sitzt die Ware ungerührt herum und beansprucht wertvolle Regalfläche? Gibt es unerwartete Veränderungen in der Nachfrage zwischen den Standorten oder Vertriebskanälen? Indem sie sich auf Nachfrageprognosen stützen, die in Echtzeit aktualisiert werden, können sich Einzelhändler durch flexible Preisanpassungen schnell und effizient auf kurzfristige Nachfrageänderungen einstellen. Beispielsweise kann eine Preisabschrift zur richtigen Zeit in der richtigen Höhe die Nachfrage ankurbeln. So stellt eine intelligente Preisoptimierung sicher, dass der Einzelhändler am Ende des Produktlebenszyklus den Lagerbestand räumen kann und so die Verschwendung minimiert.

Supply Chain Dive bringt es auf den Punkt: „Mit genau abgestimmten Nachfrageprognosen können Lieferketten nur die Ressourcen nutzen, die sie benötigen, und nicht mehr. Ohne präzise Nachfrageplanung ist das Ergebnis Verschwendung – ein historisches Problem für die Modeindustrie.“

Wie bereits erwähnt, geht es darum, Angebot und Nachfrage aufeinander abzustimmen. Das bedeutet, sich auf genaue Prognosen der Verbrauchernachfrage zu verlassen, um eine effiziente Allokation und Nachbestückung zu gewährleisten sowie die Preisgestaltung und Umlagerungen während der Saison zu optimieren.

Die Kundennachfrage präzise vorherzusagen und entsprechend zu handeln ist keine leichte Aufgabe, aber es ist notwendig, um in der heutigen komplexen Handelslandschaft erfolgreich zu sein. Modeeinzelhändler, die diese Fähigkeit beherrschen möchten, brauchen nicht weiter zu suchen: aifora ist der führende Anbieter von KI-Lösungen für Preisgestaltung und Bestandsmanagement im Fashion Retail.

Natürlich wird selbst die beste Lösung nicht immer zu 100 % richtig liegen. Aber die KI wird viel öfter die richtige Entscheidung treffen, als jeder Mensch es je könnte. Und wenn mal ein unvorhersehbares Ereignis eintritt, hilft Ihnen die KI, schneller wieder auf die Beine zu kommen.

Schließlich sollten wir nicht vergessen, dass die Vorteile einer KI-gesteuerten Preisgestaltung und Warenverteilung weit über die positiven Auswirkungen auf die Umwelt hinausgehen. Die Lösungen von aifora haben führenden europäischen Modeeinzelhändlern eine Umsatzsteigerung von 3-6 % und eine Gewinnsteigerung von 2-8 % beschert. Also, wenn nicht für die Umwelt, dann tun Sie es für Ihren Gewinn.

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